Sie soll Raser limitieren
Witz-Schranke sorgt für Ärger im Veedel

- Das neue Durchfahrtsverbot wurde am vergangenen Wochenende ständig missachtet.
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Der Irrsinn auf der Alfred-Schütte-Allee geht weiter. Nachdem die Verantwortlichen der Stadt Köln in den letzten Monaten und Jahren schon einiges getan haben, um die Raser-Szene an der Alfred-Schütte-Allee zu limitieren, unternahmen sie jüngst einen neuen Versuch. Eine Schranke soll die Durchfahrt auf Höhe der Müllergasse von freitagsabends mit montagmorgens verhindern. Doch die kann problemlos umfahren werden. Entsprechend frustriert sind die Anwohner.
von Alexander Büge
Poll. Die Raser- und Poserszene wurde durch die Schranke jedenfalls nicht abgeschreckt. Ganz im Gegenteil: Am vergangenen Wochenende heulten die Motoren wieder regelmäßig auf, bis spät in die Nacht. Zudem wurde die Anlage bereits demoliert. „Während des Wochenendes wurde das Schloss der Schranke von Unbekannten beschädigt“, bestätigt ein Sprecher der Stadt Köln gegenüber Express – Die Woche. Der Schaden sei aber bereits reguliert worden, sodass die Stadt den erneuten Einsatz der Schranke für das kommende Wochenende plane.
Besonders euphorisch sind viele Poller Bürger deswegen nicht. Vielmehr stellen sich die Menschen vor Ort die Frage, wie an der Alfred-Schütte-Allee eine Schranke installiert werden konnte, die seitlich über beide Bürgersteige und sogar über den Zebrastreifen direkt auf der Straße umfahren werden kann. Gerade letzteres konnte am vergangenen Wochenende quasi im Sekundentakt beobachtet werden. „Die Schranke hat jemand am Schreibtisch entworfen, ohne die Gegebenheiten vor Ort zu kennen“, schätzt eine verärgerte Anwohnerin die Situation ein. „Leiser geworden ist es deswegen jedenfalls nicht. Und daran wird sich auch nichts ändern, wenn die Schranke nicht erweitert wird.“
Nur: Haben die Verantwortlichen das Problem überhaupt auf dem Schirm? „Die Stadt Köln wird die Situation der Durchfahrtssperre weiter beobachten“, heißt es vonseiten der Stadt. „Mit der Maßnahme wird bei geschlossener Schranke die Durchfahrt mit Kraftfahrzeugen verkehrsrechtlich verboten.“
Bauliche Veränderungen will sie vor Ort allerdings zunächst nicht durchführen. „Hier eine physische Barriere herzustellen, ohne dass eine tatsächliche Notwendigkeit festgestellt wurde, sieht die Stadtverwaltung zunächst noch nicht als erforderlich an“, teilt die Stadt mit. Bei vielen Anwohnern sorgt diese Einschätzung allerdings für Kopfschütteln. „Selbst mit großen Autos kann die Schranke einfach umfahren werden“, ärgert sich ein Rentner vor Ort. „Sie verfehlt ihr Ziel komplett.“
Immerhin: Das Missachten der Schranke kann durch das Ordnungsamt oder die Polizei direkt erfasst werden. Und dann wird es unter Umständen richtig teuer. „Ein Zuwiderhandeln durch eine Überfahrt über Gehwegbereiche oder durch ein kompliziertes Umfahrungsmanöver über den Zebrastreifen kann mit einem Bußgeld bis zu 1000 Euro geahndet werden“, stellt die Stadt klar. Abgeschreckt worden sind viele Autofahrer davon aber nicht. Ob sich dies ohne kontinuierliche Kontrollen ändert, darf bezweifelt werden.


Redakteur/in:EXPRESS - Die Woche - Redaktion aus Köln |
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